Gerüstbau

PERI GmbH - Kirche St. Ludwig, Darmstadt PERI GmbH - Kirche St. Ludwig, Darmstadt

Kirche St. Ludwig, Darmstadt




Drehbares Arbeitsgerüst erspart lange Umbauzeiten

Der im klassizistischen Stil nach dem Vorbild des Pantheon im Rom erbaute Rundbau der katholischen Kirche St. Ludwig in Darmstadt hat eine Gesamthöhe von 35 m.

Für die Innenrenovierung der fensterlosen, kreisrunden Kuppel mit einem Durchmesser von 43 m wurde ein Gerüst zur Bearbeitung aller Wandflächen benötigt, um die Akustik durch schalldämmende Materialien zu verbessern und um die Oberfläche zu bemalen. Mit diesem Vorhaben werden die Arbeiten zum Wiederaufbau der Kirche weitergeführt, der in den Nachkriegsjahren an der vom Krieg zerstörten Kirche begonnen wurde.

Die Kuppel ruht auf 28 Säulen und ist, bedingt durch die Konstruktion aus Stahlfachwerkträgern, in 8 Segmente unterteilt, die im Innenraum durch die Untergurte der Stahlträger sichtbar sind.

PERI Systeme im Einsatz
  • PERI UP Rosett
  • Jedes Segment sollte komplett eingerüstet werden, damit die Bemalung der Kuppel durch eine Künstlerin mit ihren Helfern ohne Unterbrechung durchgeführt werden konnte. Trotz der Arbeiten sollte der Innenraum an den christlichen Feiertagen wie Weihnachten und Ostern für die katholische Kirchengemeinde nutzbar bleiben.

    Durch diese Anforderungen kam die Aufstellung eines Raumgerüstes nicht in Frage. Die PERI Ingenieure in Weißenhorn entschieden sich für eine Lösung, die das Gerüst um die Mittelachse der Kuppel drehbar und gleichzeitig verfahrbar machen sollte.

    Dazu wurde in der Mitte des Raumes ein etwa 11,50 m hoher ballastierter Gerüstturm mit PERI UP Rosett (Zulassung des Deutschen Instituts für Bautechnik, Z-8.22-863) aufgebaut. Dieses Modulgerüst zeichnet sich durch seinen besonders biegesteifen und tragfähigen Knoten sowie durch leichte und sichere Montage aus. Die Form des Riegelkopfes und des Rosett-Knotens ermöglichen, dass beim Einlegen des Riegels der Keil von selbst in das Loch der Rosette fällt und verriegelt. Die Diagonalen werden ohne Werkzeug an den Riegeln mit Kippfingern montiert.

    Am Rand der Säulen wurden zwei schmale Gerüsttürme gestellt, die gerade noch neben den Sitzreihen Platz fanden. Sie bildeten gemeinsam mit dem mittig angeordneten Turm die Auflager für eine 6,00 m breite und ca. 15 m lange Ebene aus miteinander verbundenen Fachwerkträgern, die den Kirchenraum frei überspannten. Das Auflager in der Mitte wurde mittels eines Drehkranzes drehbar ausgeführt.

    Das Fachwerk wurde mit Systemteilen aus dem PERI LGS Bindersystem gebildet, das durch die Verwendung des Rosett-Knotens an den Pfosten zu 100% kompatibel zum Modulgerüst PERI UP Rosett ist. Die Montage der einzelnen Binderelemente zu Fachwerkträgern und die Aussteifung mit Riegeln und Diagonalen zu einer räumlichen Struktur erfolgte auf einem Hilfsgerüst, das temporär alle Türme verband und später für den Weiterbau des Gerüstes im Bereich der Kuppel verwendet wurde.

    Danach konnte das Arbeitsgerüst in einer Breite von 12 m aufgebaut werden. Innenkonsolen erlaubten die Anpassung an die Krümmung der Kuppel. Im oberen Bereich wurden einzelne Felder auskragend montiert, um auch die Spitze der Kuppel zu erreichen.

    Mit dieser Konstruktion konnte jeder Bereich innerhalb eines Kuppelsegmentes erreicht werden. Nach Abschluß der Arbeiten wurde das gesamte Gerüst um den Turm in der Mitte gedreht. Rollen unter den Randtürmen ermöglichten das Verfahren in weniger als zwei Tagen. Damit ließen sich die Arbeiten im nächsten Segment in kürzester Zeit fortsetzen.

    Noch rechtzeitig zu Weihnachten des vergangenen Jahres wurde das 2. Segment incl. Bemalung fertiggestellt. Die Gemeinde erhielt einen ersten Eindruck der nahezu fertiggestellten Kuppel und staunte nebenbei über das gewaltige Gerüst mit seinen filigranen Einzelbauteilen.
    Dipl.-Ing. Rainer Cebulla, Architekt Diözesanbauamt Mainz:

    "Wir haben uns für die Sonderlösung von PERI entschieden, da sie uns erlaubt, nach kompletter Fertigstellung eines einzelnen Segmentes das Gerüst innerhalb kürzester Zeit in das nächste Kuppelsegment zu drehen. Dadurch sind die Arbeitsunterbrechungen an der Kuppel so kurz wie möglich. Der Vorteil des drehbaren Gerüstes ist, dass wenig Fläche und Volumen benötigt wird, so dass der Gottesdienstbetrieb aufrecht erhalten werden kann."
    Projektbetreuung: PERI GmbH, Deutschland
    Pressebericht Mai 2004