Tunnelbau im Pilgerschrittverfahren - Mietbarkeit macht die Lösung wirtschaftlich
Mit dem Bau des Kreuzstraßentunnels wird die Tuttlinger Ortsdurchfahrt unter die Erde verlegt. Der rechteckige Querschnitt wird in offener Bauweise hergestellt, dazu setzt die Baustelle drei Schalwagen ein. Zuerst werden die Tunnelwände einhäuptig gegen die zuvor gesetzten Bohrpfähle betoniert, mit zwei weiteren Schalwagen werden dann die Decken taktübergreifend hergestellt. Mit diesem so genannten Pilgerschrittverfahren kann die Bauzeit erheblich verkürzt werden, in Tuttlingen wird auf diese Weise ein Wochentakt realisiert. Die Mietbarkeit der Systemteile des VARIOKIT Baukastens dient der wirtschaftlichen Ausführung dieser Bauweise, da die kürzere Mietdauer die Mietkosten für Mehrmaterial nahezu amortisiert.
Die Schalwagen können dem Tunnelverlauf optimal angepasst werden: Wand-, Decken- und Voutenschalungselemente sind in Betonierabschnittmitte in Längsrichtung knickbar. Der für die Straßenführung erforderliche Polygonzug lässt sich mittels Spindeln und Hydraulikeinheiten einfach einstellen. Um einen ungehinderten Zulieferverkehr zu ermöglichen, forderte der Unternehmer für den Schalwagen zudem ein Lichtraumprofil von 3 m Breite und 4 m Höhe. Für den Wandschalwagen wurde hierzu eine nicht alltägliche Variante des Lastabtrags gewählt: im unteren Schalwagenbereich ist eine Verankerung in die Fundamente vorgesehen, oberhalb der Durchfahrt tragen quer montierte Schwerlaststützen die Betonierlasten ab.
„Die Schalwagen sind problemlos zu handhaben, sie lassen sich sowohl horizontal als auch vertikal leicht einrichten, die Vouten sind einfach auszufahren und die Stirnschalung ist schnell montiert. Das ganze System ist in jeder Weise stabil und leicht zu bedienen.“